Der Heilige Geist!

Lieber Zuhörer,

das was am meisten unseren christlichen Glauben gefährdet ist der Mangel vom Heiligen Geist. Wir denken ständig, dass all das was Jesus erzählt und gesagt hat – dass das unsere Aufgabe sei, dass wir das tun müssen und tun können und dass wir nur dann die Lieblinge Gottes wären und so diese Welt retten. Und das ist völlig falsch. Wir können nicht Gottes Worte vollbringen, wir können nicht “alleine” Jesu Gesetze verwirklichen. Wenn wir das könnten, dann hätte Jesus nicht auf diese Welt kommen müssen, dann wäre die Thora – das jüdische Gesetz – ausreichend, dass wir “dieses Gesetz” erfüllen und dass wir dann Erfolg haben. Doch auch der heilige Paulus zeigt es so klar und die Geschichte lehrt es uns so ganz eindeutig: Niemand kann alle Gesetze erfüllen die Gott Moses gegeben hat, damit dieser sie dem Volk Israel übergibt. Genau so, wie das nicht was Jesus auf diese Welt gebracht hat. Deshalb braucht man eine andere Kraft und eine andere Fähigkeit, und das ist der Heilige Geist. Jesus sagt, dass er auf diese Welt gekommen ist, damit er den Heiligen Geist senden kann! Und dass er deshalb von dieser Welt weggeht, er stirbt – steht wieder auf – er fährt in den Himmel hinauf, nur deshalb damit der Heilige Geist kommen kann. Denn wenn der Heilige Geist nicht kommen würde, sagt Jesus, dann könnte niemand die Welt überzeugen was die Sünde sei und dass man sich von der Sünde befreien muss. Und dass es die schwerste Sünde ist wenn man Jesus nicht annimmt, denn dann hat man niemanden, der einem helfen kann, dass man anders wird, ein besserer Mensch. Das alles sind also Wirklichkeiten, die wir Schritt für Schritt annehmen sollten um “echte Christen” zu werden. Das Christentum besteht nicht nur darin, dass wir getauft sind, dass wir die Erstkommunion und die Firmung empfangen haben. Es besteht nicht nur darin, dass wir gelernt haben die Heilige Schrift zu lesen, den Rosenkranz und das Vater unser zu beten. Und es besteht nicht nur darin, dass wir zum Sonntagsgottesdienst gehen. Das alles hat natürlich seinen Sinn und das alles sollte man tun. Aber das was es uns ermöglicht, dass das ‘was’ wir tun, schon diese Welt in das Himmelreich verwandelt, und dass wir das, ‘was wir tun’ überhaupt tun können, das ist nämlich der Heilige Geist. Wir haben völlig vergessen, dass es der Heilige Geist ist, der uns hilft. Jesus sagt, ich gehe in den Himmel hinauf, aber ich sende euch den Heiligen Geist damit er bei euch ist. Das heißt, der Heilige Geist ist bei uns, und das für immer, bis zum Ende der Welt. Mit anderen Worten, wir können zu Jesus nur durch den Heiligen Geist gelangen.

Wenn ihr vor dem Tabernakel steht, dann begreift, dass der Heilige Geist das Brot in Jesu Leib verwandelt hat. Dass der Priester betet: Herr sende den Heiligen Geist, damit das Brot dein Leib wird und der Wein dein Blut. Der Heilige Geist verwandelt das! Ganz einfach so! Auch jedes Sakrament! Mit der Taufe verwandelt uns der Heilige Geist in die Kinder Gottes. In der Firmung macht es der Heilige Geist, dass wir den gleichen Geist empfangen, den die Apostel am Pfingsttag empfangen haben. Damit ein Priester zum “Priester” wird, muss der Bischof seine Hände auf ihn legen und ihm das Sakrament der Priesterweihe geben. Aber dieses Auflegen der Hände erfolgt in der Stille und im Gebet zum Heiligen Geist. Der Heilige Geist kann dem Menschen das geben was Jesus gehabt hat und was die Apostel gehabt haben. Der Heilige Geist gibt das, damit jeder Priester und jeder Bischof die gleichen Fähigkeiten hat – durch den Heiligen Geist. Wir können nicht gut werden wir Priester, wir können nicht die Sünden vergeben im Beichtstuhl, wenn das nicht der Heilige Geist tut. Der Heilige Geist befähigt uns dazu. So ist der Heilige Geist derjenige, der in der Kirche wirkt. Und wenn wir zu Jesus beten, dann müssen wir beten: “Heiliger Geist führe mich zu Jesus!” Er ist der Geist der Wahrheit und Jesus ist die Wahrheit! Er ist der Geist des Lebens und Jesus ist das Leben! Er ist der Führer auf dem Weg und Jesus ist der Weg! Er ist die Liebe und Jesus sagt, liebt einander!

Ohne den Heiligen Geist ist alles tot, nichts ist ohne den Heiligen Geist möglich. Wir können nicht beten und wir wissen nicht was wir beten sollen – ohne den Heiligen Geist, so sagt der Hl. Paulus im Römerbrief im achten Kapitel. Deshalb sollen wir begreifen, dass wir den Heiligen Geist “unendlich” brauchen. Und deshalb sollen wir nicht nur beten, dass der Heilige Geist kommen soll, sondern es ist wichtig zunächst seine eigenen Sünden zu bekennen.

Dann dem anderen vergeben, der dich verletzt hat, denn so lange du dem anderen nicht vergibst, wohnt in dir der Hass, wohnt in dir die Verbitterung, ist in dir das Böse… Der Heilige Geist kann nicht dort hinkommen wo das Böse ist. Denn wo das Böse ist, da ist der Mangel an der “Existenz”, da gibt es nichts – da ist nichts. Und wenn du vergibst, dann kommt der Heilige Geist ganz sicher zu dir. Er verändert dich wenn du Jesu Wort liest und wenn du dann Gott an die erste Stelle setzt. Gott muss an der ersten Stelle sein, das bedeutet: Ich werde niemals Böses tun, ich werde nicht sündigen, ich werde niemandem etwas Ungerechtes tun, denn Gott ist ein Gott der Moral, ein Gott der Ethik, ein Gott der Liebe. Und deshalb, wenn ich das Gute tue, das was richtig ist, dann kann der Heilige Geist zu mir kommen. Besonders wichtig ist es, dass du in diesen Tagen so lebst, dass der Heilige Geist der Wichtigste in deinem Leben wird.

Mache es, dass Gott an der ersten Stelle in deinem Leben ist! Nicht das Geld, nicht deine Gesundheit, nicht deine Zukunft, nicht deine Arbeit, nicht deine Familie, sondern Gott! Und wenn Gott der Erste und der Wichtigste wird, dann wird alles andere seinen Platz bekommen. Denn wenn Gott auf der zweiten … bzw. auf der letzten Stelle in deinem Leben ist, wenn du nur nebenbei zu ihm betest und dich an ihn erinnerst, dann ist auch alles andere in Unordnung. Aber wenn Gott an der ersten Stelle steht, dann ist die Ordnung da, die Eintracht, das Leben ist dann da.

Lieber Zuhörer ich hoffe, dass du fasziniert bist von den immer neuen Erkenntnissen, aber bewege dich, bemühe dich diese zu verwirklichen, bereits heute. Ich danke dir, dass wir zusammen sein konnten.

Eine Minute für dich mit Prof. Tomislav Ivancic, am Pfingstsonntag, 15. 05. 2016; (PleMir)

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